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Cienfuegos Cuba

Herzlich willkommen in unserem Heimathafen Cienfuegos, der "Perle des Südens". Dass Cienfuegos eine der schönsten und gleichzeitig "normalsten" Städte Cubas ist, war für uns - neben der einzigartigen Lage an einer riesigen, durch eine nur 300 Meter breite Einfahrt geschützten, 20 km tiefen und 88 km² großen Bucht - der Grund, hier unseren Stützpunkt anzusiedeln.

Falls Sie vor oder nach Ihrem Törn noch etwas Zeit haben sollten, die Stadt und ihre Umgebung kennen zu lernen, möchten wir Ihnen hier einige Informationen über Geschichte und Sehenswürdigkeiten geben. Unser Stützpunkt-Personal und die Marina-Mitarbeiter werden Ihnen gerne noch mehr erzählen.

BAHÍA DE JAGUA

Die Jagua-Bucht, an der Cienfuegos liegt, wurde bereits 1494 von Columbus auf seiner zweiten Reise entdeckt. Der Name enstammt der indianischen Mythologie, nach der das Mädchen Jagua vom ersten Menschenpaar gezeugt wurde. Manche Quellen sprechen von einer ersten Stadtgründung von Fernandina de la Jagua schon um 1514 durch Bartolomé de las Casas. Die Gegend blieb jedoch zunächst weitgehend unbesiedelt.

In den folgenden Jahrhunderten war die Bucht hauptsächlich als Piratenunterschlupf berüchtigt. So sollen zum Beispiel Francis Drake und Henry Morgan hier geankert haben, bis um 1745 mit dem Bau der Hafenfestung Castillo de Nuestra Señora de los Angeles de Jagua diesem Unwesen und auch dem Schmuggel ein Ende gemacht wurde. Nach Havanna und Santiago war es das dritte solche Kastell Cubas. Ein kleine Ausstellung dazu findet sich in der Festung selbst. Bereits um 1750 entstanden hier die ersten Zuckermühlen Cubas, gefolgt von Plänen zum Ausbau der Stadt und des Hafens.
 

LOUIS D’CLOUET

Die heutige Stadt wurde am 22. April 1819 durch 46 französische Familien aus Louisiana und Bordeaux gegründet, geführt von Louis D’Clouet y Piettre, der als Stadtplaner zum Vater des heutigen Cienfuegos wurde. Ein Porträt von Clouet - in französischer Uniform - ist übrigens in der Bar "El Palatino" am Parque Martí zu sehen.

CIENFUEGOS

Bereits 1825 wurde diese neue Siedlung durch ein Unwetter zerstört, aber sofort wieder aufgebaut. Danach, um 1830, erhielt sie schließlich ihren heutigen Namen, nach dem spanischen General und Gouverneur José Cienfuegos, der die französischen Siedler geholt hatte, um einer schwarzen Bevölkerungsmehrheit von Plantagensklaven entgegen zu wirken. Eine hohe Zahl sehr hellhäutiger, teils sogar blonder und blauäugiger Cienfuegeros zeugt noch heute davon.

Der Name Cienfuegos - wörtlich übersetzt "hundert Feuer" - steht also nicht für die Lagerfeuer eines Indianerstammes, und auch die Namensgleichheit mit dem Revolutionsführer Comandante Camilo Cienfuegos (+1959) ist zufällig.

ZUCKERBOOM

Der Anbau von Tabak, Obst und vor allem Zucker brachte die Stadt schnell zu erstaunlichem Wohlstand, von dem heute noch insbesondere die Gebäude - darunter ein Theater mit fast tausend Plätzen! - rund um den Parque Martí zeugen. Der Platz selbst mit dem Denkmal von José Martí, dem Dichter-Revolutionär und "Gründervater" des unabhängigen Cuba, dem hübschen Glorieta-Pavillon und dem kleinen Triumphbogen zur Erinnerung an die Republikgründung 1902 bildet zusammen mit dem Rathaus, der Kathedrale und dem Theater eines der schönsten kolonialen Bauensembles in Cuba.
 

STADT UND INDUSTRIE HEUTE

Heute ist Cienfuegos bei ca. 135.000 Einwohnern einer der wichtigsten Industriestandorte des Landes (Werften, Ölraffinerie, Kraftwerk, Zement-, Dünger- und Papierfabrik), der drittgrößte Containerhafen Cubas, in der Zuckerverladung sogar weltweit die Nummer 1 und außerdem Heimathafen eines großen Teils der kubanischen Shrimp-Flotte.

Der Bau eines Atomkraftwerkes, 1982 noch mit sowjetischer Hilfe begonnen und über die Bucht im Südwesten weithin zu sehen, wurde - nach einem zweiten Anlauf Mitte der neunziger Jahre - inzwischen nicht zuletzt auch aus Umweltschutzgründen endgültig aufgegeben, obwohl 75% der Bausubstanz und 20% der Ausrüstung erstellt sind und auch weiterhin erhalten und gewartet werden.
Trotz dieser industriellen Entwicklung konnte sich Cienfuegos mit großzügig angelegten Straßen und vielen klassizistischen und maurisch anmutenden Gebäuden, aber auch dank der reichen musikalischen Traditionen ein besonderes Flair bewahren - angesichts der herrlichen
Lage an der Bucht die wahre "Perle des Südens".

Stadtzentrum Cienfuegos

Das "Herz" von Cienfuegos schlägt rund um den Parque Martí mit seinem einzigartigen Architekturensemble aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, "Hauptarterie" dagegen ist der Prado (Calle 37), der kolonnadengesäumt kerzengerade durch die Stadt und dann am Meer entlang hinaus nach Punta Gorda führt - die längste Flaniermeile Cubas.
 

PARQUE MARTÍ

Gegenüber der Kathedrale flankieren zwei Marmorlöwen den Eingang zu diesem eindrucksvollen Park, dessen Zentrum von der Statue des Nationalhelden José Martí gebildet wird. Am anderen Ende ist der Triumphbogen von 1902 zur Erinnerung an die Gründung der Republik Cuba zu sehen. An den ehemals prächtigen Königspalmen sind leider noch die Folgen Hurricanes vom November 2001 zu erkennen.

Von dieser schmalen Seite des Parks vor der Kathedrale aus gesehen liegt rechter Hand das Colegio San Lorenzo von 1927, auch heute wieder eine Schule, daneben das berühmte Teatro Tomás Terry, eines der wichtigen Baudenkmäler des Landes. Hinter dem Triumphbogen am gegenüber liegenden Ende des Platzes ist im ehemaligen Palacio de Ferrer (1918) ein Kulturzentrum, dessen mirador (Aussichtsturm) bestiegen werden kann und einen herrlichen Blick über Stadt und Bucht bietet.

Linker Hand wird die südliche Seite des Platzes vom blauen Palacio de Gobierno mit seiner roten Kuppel dominiert, ehemals Rathaus und heute Sitz der Regionalverwaltung. Daneben das Provinzialmuseum (1898 erbaut), wo neben zeitgenössischen Möbeln und Einrichtungen auch Gegenstände und Waffen aus dem Besitz verschiedener Patrioten der Stadt gezeigt werden. Auf der anderen Seite der Calle 27 folgt in einem der ältesten Gebäude der Stadt die Bodega "El Palatino", wo man den Rundgang mit einem mojíto oder einem Erfrischungsgetränk unter schattigen Arkaden abschließen und dabei noch einmal den Blick über den gesamten Platz genießen kann.

JOSÉ MARTÍ

Dieser Platz ist, wie unzählige Denkmäler im ganzen Land, dem großen historischen Freiheitshelden und Nationaldichter José Martí (1853 - 1895) gewidmet. Neben politischen Schriften, Essays, Romanen und Theaterstücken hat er bewegende Lyrik verfasst und auch der Text des berühmten Liedes "Guantanamera" stammt aus seiner Feder.

Die besondere Verehrung im heutigen Cuba hängt mit seiner überragenden Rolle in der kubanischen Freiheits- und Unabhängigkeitsbewegung des 19. Jahrhunderts, aber auch mit erstaunlichen Parallelen seines Lebens mit den frühen Jahren Präsident Fidel Castros zusammen: politisches Engagement in sehr jungen Jahren, Prozess und Verbannung auf die Isla de Pinos (Isla de la Juventud), Exil im Ausland, Beginn der Revolution durch Landung mit dem Schiff in der Provinz Oriente.

Doch hier ist der Lebensweg Martís zu Ende, schon einen Monat nach Beginn des Unabhängkeitskrieges fiel er 1895 in einem der ersten Kämpfe. Als seine Mitkämpfer schließlich dem Erfolg nahe waren, griffen 1898 die USA ein und Kuba wurde zwar von Spanien unabhängig, geriet aber bis zur Revolution Castros im Jahr 1959 unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten.

Doch zurück zu unserem Rundgang um den Parque Martí.

KATHEDRALE

Die Ostseite des Platzes wird beherrscht von der Catedral de la Purisima Concepción. Der zweitürmige, eher schlichte neoklassizistische Bau wurde 1869 vollendet und 1904 zur Kathedrale erhoben. Neben dem säulengeschmückten Altar und der mächtigen Orgel über dem Eingang sind vor allem die monumentalen, aus Frankreich stammenden Buntglasfenster zu erwähnen, welche die zwölf Apostel darstellen.

TEATRO
TOMÁS TERRY

Der Namensgeber Tomás Terry stammte aus Venezuela, kam um 1820 nach Cienfuegos und gelangte hier durch den Betrieb von Zuckermühlen und Handel mit Sklaven zu Reichtum. Sein Sohn ließ das Theater 1887 bis 1889 zum Andenken an den Vater errichten und setzte diesem im Vestibül ein Denkmal aus Carrara-Marmor. Das Theater wurde 1895 mit der Verdi-Oper Aïda eröffnet, berühmte Künstler wie Enrico Caruso, Anna Pavlova und Sarah Berhardt sind hier aufgetreten. Der Zuschauerraum mit seinen über 900 Plätzen kann auf Bühnenniveau erhöht werden, so dass ein riesiger Ballsaal ensteht.

Während die elegante Fassade mit ihrem Stuckpilastern und mosaikgeschmückten Rundgiebeln renoviert wurde, atmet der reich ausgestattete Innenraum unverändert historisches Flair. Steigt man hinauf zu den vorderen Balkons, bietet sich ein guter Blick auf die historische Bühnentechnik, über die zierlichen Klappstühle des Parketts, die edle Verkleidung mit dunklem Mahagoni und die verspielte Verzierung mit schmiedeeisernen Gittern. Im Deckengemälde von Camilo Salaya tanzen die Musen der Kunst, und eine nackte Schöne deutet auf eine Uhr, die anzeigt zu welcher Stunde - 4 Uhr nachmittags - Salaya das Gemälde vollendet hat. In den Ecken sind Porträts kubanischer Dichter zu sehen.

PALACIO DE FERRER

Dieses hellblaue, palastartige Gebäude mit seinen Säulen, Erkern, Balkons und Balustraden wurde 1917/18 vom Zuckermagnaten Don José Ferrer errichtet. 1920 übernachtete hier Caruso nach seinem Auftritt. Heute beherbergt es ein Kulturzentrum, das die stuck- und marmorgeschmückten Innenräume leider sehr vernachlässigt. Es lohnt sich jedoch, den Weg durch das labyrinthartige Innere zu suchen und die abschließende Kletterpartie auf den Aussichtsturm zu wagen - der Blick von dort ist wirklich lohnend.

CEMENTERIO LA REINA UND MUSEO NAVAL

Hinter dem Palacio de Ferrer - also noch weiter westlich - würde man durch das ehemalige Chinesenviertel zu den Hafenanlagen und dem historischen Friedhof Cemeterio La Reina mit seinen wunderschönen Statuen und Grabdenkmälern aus Carrara-Marmor gelangen. Mehr nordwestlich gelegen ist das Marinemuseum Museo Histórico Naval Nacional im ehemaligen Marinestützpunkt Cayo Loco. Hier wird an den gescheiterten Aufstand von Marineangehörigen gegen den Diktator Batista vom 5. September 1957 erinnert. Aber auch die Marinegeschichte Cubas und besonders der Region Cienfuegos seit präkolumbianischen Zeiten bis zum modernen Betonnungs- und Leuchtturmsystem ist dokumentiert. Den Abschluss bildet eine kleine Schau moderner kubanischer Kunst.

AVENIDA 54 ZUM PRADO

Zurück am Parque Martí beginnt gegenüber vom Palacio de Gobierno die Fußgängerzone Boulevard San Fernando (Avenida 54), auf der man vier Blocks weit an Kiosken, Läden, Boutiquen und Cafés entlang zur Hauptverkehrsachse von Cienfuegos, dem säulengesäumten Paseo del Prado (Calle 37) bummelt. Gleichnamige Prachtboulevards in Havanna und Madrid standen Pate.

Noch in den 50er Jahren war dieser Boulevard durch ein Seil geteilt, auf dessen einer Seite die weißen, auf der anderen die farbigen Einwohner flanierten. Die Verlängerung des Prado, der Malecón, führt an der Bucht entlang hinaus zum Villenviertel Punta Gorda, wo sich unsere Marina, das Hotel Jagua und der Palacio de Valle befinden.

HOTEL UNION

Vorher, auf dem Weg zurück zum Parque Martí, lohnt sich noch ein Abstecher zum jüngst renovierten, ursprünglich 1869 gebauten Hotel Union mit seinen Innenhöfen, wo sich neben Bars und dem Swimming-Pool auch eine Ausstellung moderner Kunst und Photographie befindet
(1 Block vom Parque Martí, Ecke Ave. 54 / Calle 31). Noch einen Block weiter nördlich befinden sich an der Avenida 58 der städtische Markt aus den zwanziger Jahren - heute wieder Bauernmarkt - und einige Dollar-Supermärkte.

Punta Gorda  

Die direkte Umgebung unserer Marina ist das Villenviertel Punta Gorda, dominiert vom gerade renovierten, modernen Hotel Jagua und dem unmittelbar benachbarten historischen Palacio de Valle. Der Weg noch weiter auf die Landspitze hinaus lohnt sich wegen der reich verzierten Holzvillen - seinerzeit zerlegt aus den USA importiert - auch wenn an der Uferpromenade und einigen Häusern die Folgen des Hurricanes vom November 2001 noch allzu offensichtlich sind. Aber auch ein Streifzug durch die Straßen rund um die Marina lohnt sich, vor stilistisch interessanten Bungalows aus den fünfziger Jahren steht oft auch noch der Original-Straßenkreuzer "made in USA".

PALACIO DE VALLE

Maurische Dekorationselemete dominieren in dieser liebenswerten Mischung aus Märchenschloss und Burg, aus Orient und Okzident, aus Gotik, venezianischem und arabischem Baustil. Ab 1890 ließ sich Don Asisclo del Valle Blanco von eigens aus Spanien und Marokko geholten Handwerkern seine südspanischen Kindheitserinnerungen neu erbauen. Phantasie bewies auch sein italienischer Architekt Alfredo Colli: so symbolisieren die drei Türme Macht (der burgartige), Religion (in der Mitte) und Liebe (mit der Kuppel). 1917 wurde dieses Märchen aus tausendundeiner Nacht fertiggestellt, kurz vor der Revolution wollte noch ein Bruder Batistas ein Spielcasino daraus machen, doch dann bezog eine Kunsthochschule das Gebäude. Heute erwartet ein Restaurant seine Gäste mit Pianomusik und einzigartigem Ambiente. Keinesfalls sollte man versäumen, auch die oberen Stockwerke zu besuchen und an der Bar auf der Dachterrasse einen "Sundowner" bei herrlichem Blick über die Bucht zu nehmen.

Die Umgebung  

JARDÍN BOTÁNICO SOLEDAD

ca. 15 km östlich der Stadt, in der Nähe der Pepito-Tey-Zuckermühle beim Ort Guaos. Von der Straße nach Cumanayagua bei der Karl-Marx-Zementfabrik rechts abbiegen, dann ziemlich bald auf der linken Seite. Zufahrt durch eine Allee aus Königspalmen.

Besichtigung 2 bis 3 Stunden, am besten mit Führer, da im weitläufigen (ca. 100 ha) Gelände kaum Beschriftungen oder Markierungen vorhanden sind. Kein Garten der blühenden Blumenbeete, sondern mit durchaus wissenschaftlichem Hintergrund: spezialisiert auf tropische Vegetation (2.300 Arten), vor allem Bambus (28 Arten), Ficus (89 Arten) und Palmen (305 Arten) sowie Heil- und Nutzpflanzen.

Der Garten wurde 1901 vom amerikanischen Zuckermillionär Edward F. Atkins auf dem Gelände einer früheren Zuckerplantage begonnen, um verschiedene Arten von Zuckerrohr zu erforschen. Schon bald kamen weitere Tropenpflanzen aus der ganzen Welt dazu, 1919 übernahm die Harvard University die wissenschaftliche Betreuung, seit 1961 das Instituto de Ecología y Sistemática der kubanischen Akademie der Wissenschaften.

CEMENTERIO TOMAS ACEA

Der Friedhof Tomas Acea liegt an der östlichen Ausfallstrasse, der Avenida 5 de Septiembre. Der Eingang wird von einer Replik (1926) des Athener Parthenons geziert.

DELFINARIO

Am Strand von Faro Luna, ca. 17 km außerhalb von Cienfuegos, wurde jünst ein kleines Delphinarium eröffnet. Neben einer Seelöwen-Show ist ein Programm mit den Delphinen im Aufbau, außerdem besteht die Möglichkeit, für 30 US$ (im weltweiten Vergleich extrem günstig!) mit den Delphinen in einer kleinen, natürlichen Meeresbucht zu schwimmen. Auch ein direkter Kontakt und ein Gespräch mit den Betreuern der Tiere ist hier oft möglich.

PLAYA RANCHO LUNA

Der Badestrand von Cienfuegos ist die Gegend von Rancho Luna und Faro Luna, hier befinden sich auch Hotels, Strandbars, das Delphinarium und das Tauchzentrum "Whale Shark" von Puertosol.

CASTILLO DE JAGUA

Wenn man der Straße nach Faro Luna noch 5 km weiter folgt, gelangt man zum Hotel Pasacaballo direkt über der Hafeneinfahrt. An diesem Straßenabschnitt ist die Naturgewalt des Hurricanes vom November 2001 noch deutlich sichtbar.

Unterhalb des Hotels Pasacaballo verkehrt ständig eine kleine Fähre hinüber zum pittoresken Fischerdorf El Perché. Darüber thront die Hafenfestung Castillo de Nuestra Señora de los Angeles de Jagua von 1745. In der Burg gibt es ein kleines Museum, Bar und Restaurant sowie einen lohnenden Ausblick über die Zufahrt zur Bahía de Cienfuegos.

LA DAMA AZUL

Keine Burg ohne Schauergeschichte: Die schöne Frau des Kommandanten Juan Castilla Cabeza de Vaca wurde auf der Festung beigesetzt. Jahre später berichteten Soldaten von einem großen schwarzen Vogel, der sich nachts in den Geist einer blauen Frau verwandle und auf der Suche nach ihrem Mann sei. Ein Wachposten verlor den Verstand, nachdem er von der Erscheinung angegriffen wurde. Am nächsten Morgen wurden blaue Stofffetzen an seinem Schwert gefunden...

EL NICHO

ca. 70 km von Cienfuegos (nur mit Geländewagen), mindestens ein halber Tag. Anfahrt: über Cumanayagua, 2 km nach dem Ortsende vom Cumanayagua biegt man rechts ab (der Wegweiser aus Holz ist eher unscheinbar) auf eine Bergstrasse, die nur für Geländewagen oder LKW geeignet ist. Für die 18 km von hier ab sollte man ca. eine Stunde einplanen.

Die Fahrt führt durch tropischen Bergwald ins Escambray-Gebirge, an der Strecke sind einige atemberaubende Aussichtspunkte. Zu den Wasserfällen von El Nicho führen Wanderwege, zum Teil über Treppen und Leitern, aber gut begehbar. Anschließend ein kühles Bad in den Süßwasserpools der Wasserfälle...

DURCHS ESCAMBRAY-GEBIRGE NACH TRINIDAD

Normalerweise gelangt man über die gut ausgebaute Küstenstraße von Cienfuegos nach Trinidad. Die Alternative - mit einigen Schlaglöchern, aber mit normalem PKW problemlos zu befahren - führt durch das Escambray-Gebirge. Einen ganzen Tag braucht man für die Rundfahrt zurück nach Cienfuegos (ca. 200 km).

Von Cienfuegos fährt man über Cumanayagua nach Manicaragua, dann über Jibacoa und Topes de Collantes in Richtung Trinidad. Die Beschilderung ist so wesentlich besser als in der Gegenrichtung, ein paar Stopps, um auch mal den Blick "rückwärts" zu geniessen, sollten aber schon sein. Der Luftkurort Topes de Collantes entstand schon 1954 und ist noch heute ein Ziel des "Gesundheitstourismus" für zahlreiche spezielle Behandlungen. Die Region gehört zu den niederschlagreichsten Cubas, so dass hier eine Vielzahl von Regenwaldpflanzen gedeiht und eine einzigartige Tierwelt zu beobachten ist. Eine der beliebtesten Touren führt entlang einer Felswand zu den Caburní-Wasserfällen oder durch Eukalyptus- und Pinienwälder zu den Gipfeln des Escambray-Gebirges.

Der steilen Abfahrt - immer auf das Meer zu - folgt ein Bummel durch das historische, museumsgerecht restaurierte Trinidad (Weltkulturerbe der UNESCO und älteste erhaltene Stadt Cubas).

Sehr lohnend ist es, noch ca. 15 km weiter in Richtung Sancti Spiritus zu fahren, um vom mirador direkt neben der Straße die Übersicht über das Valle de los Ingenios, das Tal der Zuckermühlen, zu haben und auf der ehemaligen Zuckerplantage von Mañaca Iznaga den Torre de Iznaga, Symbol der ganzen Region Trinidad, zu besteigen. Die Rückfahrt nach Cienfuegos auf der gut ausgebauten Küstenstraße im Licht der untergehenden Sonne dauert eine gute Stunde.